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Zertifikate - die alternative Geldanlage

Der Markt für Zertifikate und andere strukturierte Finanzprodukte ist in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Die Gründe für diesen Run auf das Anlageprodukt Zertifikate sind vielfältig: Es gibt Papiere für jede Börsenphase und jeden Anlegertyp. Viele sind einfach zu verstehen und kostengünstig. Die Banken können schnell auf neue Trends reagieren. Allerdings wird die Vielfalt von Konstruktionen der unterschiedlichen Zertifikate (ca. 45.000 Zertifikaten stehen "nur" ca. 6.000 Fonds gegenüber) immer intransparenter. Es gibt z.B. Zertifikate-Konstruktionen, die mit soviel Wenn und Aber versehen sind, dass sich der versprochene Gewinn kaum einstellen wird. Anleger, zumal unerfahrene, sollten sich besser an simple Basisprodukte wie Index- oder Dicountzertifikate halten. Das Deutsche Derivate Institut will in der nächsten Zeit mehr Licht in den Zertifikatedschungel bringen. Ziel soll eine Kategorisierung, Einführung von bestimmten Produkttypen und eine Standardisierung der Produktbezeichnungen bei den Zertifikaten sein.

Was sind Zertifikate?

Ein Zertifikat ist ein Partizipationsschein, der das Recht auf Zahlung eines Geld- oder Abrechnungsbetrages verbrieft. Die Höhe der Zahlung hängt vom Wert eines bestimmten Wertpapiers oder Kapitalmarktinstruments am Fälligkeitstag ab. Mit einem Zertifikat partizipiert der Käufer also an der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts.

Die Laufzeit von Zertifikaten ist in der Regel mehrjährig, oft auch unbefristet. Während der Laufzeit gibt es keine Zinszahlungen oder sonstige Ausschüttungen.

Der Preis einen Zertifikats verläuft im allgemeinen mit den Bewegungen des Basiswerts parallel, positiv wie negativ.

Zertifikate werden börslich und/oder außerbörslich gehandelt. Der Emittent stellt in der Regel täglich fortlaufende An- und Verkaufskurs. Als Anleger kann man also auch während der Laufzeit jederzeit zu Marktpreisen Zertifikate kaufen und verkaufen.

Bei einem Zertifikat erwirbt der Anleger keinen Anspruch auf das zugrundeliegende Wertpapier. Eine Lieferung der entsprechenden Werte kann damit nicht verlangt werden. Es erfolgt vielmehr bei Rückgabe oder bei Fälligkeit eine Zahlung, die sich nach dem Stand des zugrundeliegenden Basiswerts richtet.

Zertifikate werden steuerlich genauso behandelt wie Aktien. Veräußerungsgewinne innerhalb der 1-jährigen Spekulationsfrist sind damit für den Privatanleger in Deutschland steuerpflichtig.

Risiken: Der Preis eines Zertifikats spiegelt die Kursbewegung des Basiswerts wider. Alle Einflussfaktoren, positive wie negative, die zu Kursveränderungen beim zugrundeliegenden Wertpapier führen, wirken sich daher auch auf den Preis des Zertifikats aus. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, die die Preisentwicklung der Zertifikate mitbeeinflussen können. Dazu gehören Wechselkursschwankungen bei Zertifikaten auf ausländische Wertpapiere, sofern die Auszahlung in Euro vorgesehen ist. Zudem besteht das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten.


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