Mehr Infos zu Investmentfonds
Aktien-, Renten-, Immobilien-, Geldmarkt- oder Mischfonds: Wer in Fonds investieren möchte, hat die Qual der Wahl. Vor dem Kauf müssen sich Anleger daher gründlich informieren und vor allem ihr Anlageziel klar definieren. So versprechen Aktienfonds auf lange Sicht noch immer gute Renditechancen. Wer es sicherer mag, kann das Depot aber auch mit offenen Immobilien- oder Geldmarktfonds auffüllen. Kehrseite der Medaille: In guten Börsenzeiten ist die Rendite dieser Fonds vergleichsweise bescheiden. Allgemein gilt: Je mehr Anleger ihre Investments streuen, desto geringer wird auch das Anlagerisiko.
Lesen Sie weiter:
Die Fondsidee
Fondstypen: Chancen und Risiken
Sicherheit
Anlagemöglichkeiten
Auszahlpläne
Wichtige Informationsgrundlage: Der Fondsprospekt
Die Kosten beim Kauf von Fonds
Steuern und Spekulationsfrist
Die Fondsidee
Die Idee ist einfach und genial: Viele Kleinsparer legen ihre Anlage-Beträge zusammen. Das so entstehende Vermögen lässt sich spesengünstig anlegen, die Verwaltung übernimmt ein professioneller Manager. Je nach Ausrichtung des Fonds kauft er Immobilien, festverzinsliche Papiere oder Aktien - national oder weltweit.
Durch die breite Streuung auf verschiedene Märkte, Papiere und Objekte ist das Risiko von Kursschwankungen bei Fonds bedeutend geringer als bei der einzelnen Anlage in Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren. Die Tabelle Fonds und andere Geldanlagen zeigt Chancen, mögliche Risiken und Kosten verschiedener Investmentformen.
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Fonds und andere Geldanlagen im Vergleich, sortiert nach den Chancen
| Chancen und Risiken |
Anlagehorizont |
Abhängigkeit |
| Offene Immobilienfonds | ||
| geringe Chancen bei geringem Risiko |
mittel- bis langfristig 7 bis 10 Jahre |
Immobilienmarkt der Stadt oder des Landes |
| Geldmarktfonds bzw. geldnahe Fonds |
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| geringe Chancen bei geringem Risiko |
kurzfristig >1 bis 3 Jahre |
Kurzfristiger Geldmarktzins des jeweiligen Marktes |
| Rentenfonds |
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| geringe bis mittlere Chancen bei geringem bis mittel hohem Risiko |
mittel- bis langfristig 3 bis 10 Jahre |
Zinssituation der jeweiligen Märkte, Bonität der Schuldner, Währung |
| Dachfonds |
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| mittlere Chancen bei geringem bis mittel hohem Risiko |
mittel- bis langfristig 3 bis 10 Jahre |
Je nach Anlageschwerpunkt (eher Aktien oder Renten) |
| Mischfonds |
||
| mittlere Chancen bei geringem bis hohem Risiko |
mittel- bis langfristig 3 bis 10 Jahre |
Je nach Anlageschwerpunkt (eher Aktien oder Renten) |
| Hedgefonds, Dachhedgefonds |
||
| mittlere bis hohe Chancen bei mittlerem bis hohem Risiko |
mittel- bis langfristig 3 bis 10 Jahre |
Strategie und Hedgefondskonzept, sowie Anlagetechniken des jeweiligen Fondsmanagers |
| Aktienfonds (Deutschland) |
||
| mittlere bis hohe Chancen bei mittlerem bis hohem Risiko |
langfristig 7 bis >10 Jahre |
Unternehmensentwicklungen, Marktsituation, Konjunktur, Zinssituation |
| Aktienfonds (Europa, Welt) |
||
| mittlere bis hohe Chancen bei mittlerem Risiko |
langfristig 7 bis >10 Jahre |
Unternehmensentwicklungen, Marktsituation, Währungsentwicklung, Konjunktur, Zinssituation |
| Aktienfonds (emerging markets, zu deutsch aufstrebende Länder) |
||
| hohe Chancen bei hohem Risiko |
langfristig 7 bis >10 Jahre |
Unternehmensentwicklungen, Marktsituation, Währungsentwicklung, Konjunktur, Zinssituation |
| Future Funds |
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| hohe Chancen bei hohem bis sehr hohem Risiko |
langfristig 7 bis >10 Jahre |
Je nach Basiswerten (Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe, Zinsen, ...) |
| Geschlossene Fonds (z.B. Immobilienfonds, Schiffsfonds, Medienfonds, ...) |
||
| hohe Chancen bei hohem Risiko |
langfristig >10 Jahre |
Fondskonzept - Länderstruktur, Währungsstruktur, Kriterien der ausgewählten Investmentobjekte, -projekte, Entwicklung der Käufer- und Mietermärkte, Charterraten, usw. |
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Sicherheit
Gesetzliche Vorschriften sorgen dafür, dass das Geld im Fonds relativ sicher ist - auch wenn sie nicht vor dem Auf und Ab der Märkte schützen. Die Fondsgesellschaft ist Treuhänder ohne direkten Zugriff auf das Kapital. Das wird von einer unabhängigen Depotbank auf einem Sperrkonto verwahrt. Neben der Kontoführung gibt die Depotbank Anteilscheine aus, nimmt sie zurück, ermittelt börsentäglich den Rücknahmepreis, berechnet laufende Verwaltungskosten und überwacht die Einhaltung des Investmentgesetzes und der Anlagegrundsätze. Das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen muss Auswahl und Wechsel der Depotbank genehmigen.
Um Risiken zu minimieren, müssen Fonds ihr Geld auf eine Mindestzahl von Wertpapieren verteilen: Bei Aktien- und Rentenfonds sind es 16 Titel, bei Immobilienfonds 10 Grundstücke. Oft zählt ein Fonds mehr als 100 Positionen. Neue Fonds prüft das Aufsichtsamt. Erst danach erteilt es die Zulassung.
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Anlagemöglichkeiten
Für den Vermögensaufbau bieten sich Investmentsparern zwei Möglichkeiten: die Einmalanlage für Sparer, die bereits eine größere Summe besitzen und anlegen wollen; der Fondssparplan für Anleger, die mit dem Vermögensaufbau beginnen und langfristig kleine Beträge monatlich sparen wollen. Für beide Anlageformen gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto niedriger das Verlustrisiko und um so stärker wirkt die Wertentwicklung auf das Vermögen.
- Einmalanlage
Hohe Renditechance, geringes Verlustrisiko - zwischen diesen beiden Polen bewegen sich Anleger, die ein größeres Vermögen in Fonds anlegen wollen. Wichtig ist die Definition des Anlagezieles: der Zeitraum der Anlage, die eigene Risikoneigung und die angestrebte Rendite. Die Rendite ist abhängig von der Anlagedauer, der Fondsgruppe und der Bereitschaft des Anlegers seine Fonds zu kontrollieren.
Die Risikoneigung bestimmt die Depotmischung: Offensive Anleger setzen eher auf internationale Aktienfonds, defensive auf Rentenfonds Euroland. Wer die Vorteile beider Fondstypen mitnehmen will, mischt sein Depot.
Wer langfristig investiert, fährt mit internationalen Aktien am besten. Die internationale Streuung lohnt sich trotz des Fremdwährungsrisikos, da dieses durch die unterschiedlichen Marktentwicklungen ausgeglichen wird. Wer dagegen damit rechnet, vorzeitig über das Vermögen verfügen zu müssen, geht mit Aktienfonds ein hohes Risiko ein. Denn bei kurzfristiger Anlage von bis zu fünf Jahren können zwischenzeitliche Verluste aufgrund des kurzen Anlagehorizonts nur schwer aufgeholt werden.
Um das Chance-Risiko-Verhältnis im Vergleich zur Anlage in Einzelmärkten zu verbessern, können Anleger in verschiedene Fondsgruppen investieren. Wie immer auch das Depot gemischt ist: Wer langfristig anlegt, kann mit allen Depottypen Mindestrenditen von vier Prozent erzielen.
- Sparpläne
Sparpläne werden inzwischen von den meisten Fondsgesellschaften angeboten. Das Prinzip: Per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung wird monatlich ein fester Betrag in einen Fonds investiert, schon ab 50 Euro geht es an die Börse. Dabei bleiben Sparer flexibel: Sie können die Rate jederzeit ändern, ein paar Monate aussetzen oder ihre Anteile ganz oder teilweise versilbern; jährliche Depotauszüge informieren über die Höhe des Fondsvermögens. Später können sie den Fonds jederzeit auflösen oder sich regelmäßig aus dem angesparten Vermögen eine Summe auszahlen lassen.
Die Investition von monatlich gleichen Beträgen führt dazu, dass bei hohen Kursen weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Fondsanteile erworben werden. Die Frage des optimalen Einstiegszeitpunkts - beim direkten Aktienkauf wichtig - stellt sich also nicht. Der Anleger investiert antizyklisch und erzielt dadurch in der Regel einen günstigeren Durchschnittspreis (Cost-Average-Effekt). Bei jeder Rate fällt aber ein Ausgabeaufschlag an.
Wer in einen Fondssparplan investiert, kann sich zwischen Rentenfonds und Aktienfonds - aber auch für einen Mix aus beiden - entscheiden. Auf lange Sicht liegen Aktienfonds bei der Rendite klar vorn. Der Anleger muss aber gegen Ende der Anlagezeit sein angespartes Vermögen gegebenenfalls in risikoärmere Rentenfonds umschichten und sichern. Sonst verliert er möglicherweise einen Teil des angesparten Geldes, wenn das angestrebte Auszahldatum in eine schlechte Börsenphase fällt. Tritt dieser Fall dennoch ein, sollte er eine Wartezeit anhängen, bevor er den Sparplan auflöst.
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- Monatliche Raten
Viele Fondsgesellschaften bieten Entnahme- oder Auszahlpläne. Sie funktionieren entgegengesetzt zu Sparplänen. Der Sparer zahlt nicht mehr ein, sondern erntet nur noch: Sein Vermögen, das er etwa mit Fonds angespart hat oder aus einer Lebensversicherung stammt, fließt in ein Fondsdepot und wird von dort in monatlichen Raten ausgezahlt. Der Sparer entscheidet, über welchen Zeitraum er die Auszahlung verteilt und in welchem Fonds er das Geld anlegt. Aus Vermögen, der angenommenen Wertentwicklung des Fonds und der Laufzeit ergibt sich dann der Auszahlungsbetrag.
Voraussetzung für Entnahmepläne ist eine bestimmte Mindestsumme. Fondsgesellschaften bieten sie meist erst ab Anlagesummen von 5.000 bis 15.000 Euro. Der Anleger kann zwischen zwei Entnahmeplänen wählen: Auszahlung mit oder ohne Kapitalverzehr.
- Auszahlung mit Kapitalverzehr
Aus dem Vermögen werden neben den Zinsen auch Teile des angesparten Geldes regelmäßig ausgezahlt. Je nach Höhe der monatlichen Rate, reicht das Geld entsprechend lange. Diese Entnahmepläne werden häufig als zeitlich begrenzte Zusatzrente eingesetzt, zur Sicherung des Lebensstandards oder zur Überbrückung finanzieller Engpässe, etwa bei Altersteilzeit oder Vorruhestand.
Der Fondsanleger kann sich aus seinem Vermögen aber auch eine ewige Rente wie bei einer privaten Rentenversicherung berechnen. Wie hoch die monatliche Auszahlung sein darf, hängt vom Depottyp ab, also der Mischung aus Aktien- und Rentenfonds. Der Vorteil einer Fondsanlage gegenüber einer privaten Rentenversicherung: Stirbt der Anleger, geht das verbleibende Vermögen an die Erben. Bei einer privaten Rentenversicherung verfällt das Geld oder wird nur für eine vorab vereinbarte Zeit an die Erben ausgezahlt.
- Auszahlung ohne Kapitalverzehr
Hier bleibt das angesparte Guthaben erhalten. Ausgeschüttet werden nur die Erträge, etwa Zinsen und Kursgewinne. Dementsprechend klein müssen die monatlichen Rentenzahlungen ausfallen. Achtung: Gerade bei den stark von Kursschwankungen abhängigen Aktienfonds kann es geschehen, dass die angenommene Wertentwicklung nicht erreicht wird. Dann müssen entweder die monatlichen Auszahlbeträge verringert werden oder das angesparte Kapital wird angegriffen. Für Auszahlpläne, bei denen das Vermögen auf keinen Fall angegriffen werden soll, sind allenfalls Rentenfonds geeignet.
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Wichtige Informationsgrundlage: Der Fondsprospekt
Informationen über die einzelnen Fonds liefert der jeweilige Fondsprospekt. Dieser muss Käufern kostenlos von den entsprechenden Gesellschaften zur Verfügung gestellt werden. Aus den Prospekten erfahren Anleger wichtige Hintergrundinformationen.
Vor dem Fondskauf sollten potenzielle Anleger den Verkaufsprospekt lesen. Denn die meist umfangreichen Werke bieten gründliche Informationen. So erfahren Anleger dort beispielsweise, in welche Wertpapierarten und auf welchen Märkten der Fonds anlegen darf, die Kosten des Ausgabeaufschlags und die jährliche Verwaltungsgebühr. Oft enthält der Prospekt auch Obergrenzen, bis zu denen die Gesellschaft die Gebühren erhöhen darf.
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Die Kosten beim Kauf von Fonds
Bei dem Erwerb von Anteilen an Fonds hat der Kunde in der Regel einen Ausgabeaufschlag zu bezahlen. Die Höhe richtet sich nach der Fondsgesellschaft und der Art des Fonds. Die meisten Fondsgesellschaften verlangen zwischen vier und sechs Prozent. Zum Ausgabeaufschlag addieren sich noch die jährlichen Kosten der Depotbankvergütungen und unter Umständen Verwaltungsprovisionen (zusammen ca. 0,5 bis 1,8 Prozent). So genannte No-Load-Fonds gibt es ohne Ausgabeaufschlag, dafür müssen Anleger mit durchschnittlich 0,5 Prozent höheren Verwaltungsgebühren rechnen.
Fondsgesellschaften berechnen den Ausgabeaufschlag durch einen erhöhten Ausgabekurs. Der tatsächliche Wert des Anteils ergibt sich aus dem Rücknahmepreis.
Beispiel: Bei einem Anteilswert von 100 Euro und einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent, hat der Kunde beim Kauf 105 Euro zu bezahlen. Verkauft er den gleichen Anteilschein am selben Tag, bekommt er dafür 100 Euro zurück. Bei großen Anlagebeträgen gewähren viele Gesellschaften einen Preisnachlass.
Seit einiger Zeit gibt es deutliche Kostenvorteile, wenn der Erwerb von Fonds über Fondsshops oder über Direktbanken abgewickelt werden. Hier finden im Einzelfall Reduzierungen der Ausgabeaufschläge von mehreren Prozent statt.
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Steuern und Spekulationsfrist
Die Spekulationsfrist von zwölf Monaten sollte nicht vergessen werden. Wenn z.B. ein Aktienfonds innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr wieder verkauft wird, wird die Wertsteigerung des Fonds mit dem jeweiligen persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Da im Einzelfall sehr spezielle steuerliche Fragen im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Investmentfonds auftreten können, empfehlen wir einen Steuerberater bzw. Steuerfachmann für eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
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